Maria die Jungfrau hat sich aufgemacht auf den Weg überdas Gebirge zur Stadt Juda. Dort ist sie nun angekommen im Haus ihrer frommen, alten Freundin Elisabeth und hat sie begrüsst mit dem Gruß des Friedens und der freudigen Bewegung, die der Engel Gabriel in ihr Herz ausgoss. Und die freudige Bewegung strömt auch hinüber in das Herz der alten Freundin. Elisabeth, als sie den Gruß hört, wird erfüllt von dem heiligen Geist und ruft laut aus die Worte der Benedeiung und der großen Freude über solch einen Besuch und über die Seligsprechung der Jungfrau, die den Worten des Herrn geglaubt hatte.
Bild 3: Aus Luc. 1, 39. 45. Elisabeth ruft freudig aus: "Womit habe ich das verdient, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?"
Betrachtung des Bildes von Maria bei Elisabeth
Der Frühling ist gekommen, die Felsen des Gebirges haben sich mit Gründ und blühendem Gesträuch bekleidet, in Feld und Wald haben sich die Blümchen dem belebenden Strahl der Sonne geöffnet. Das Veilchen und die Lilien des Feldes sagen zu dem lieblich wärmenden Frühlingslicht: wer sind wir, du aus der Höhe kommender Strahl, dass du dich zu uns herabsenkst und uns besuchst auf dem niedrigen Boden der Erde?
Siehe da, auch das arme, in einer lang andauernden Gefangenschaft erkaltete und verdunkelte Geschlecht des Menschen hat nun von neuem Besuch vom Aufgang aus der Höhe. Das verborgene Veilchen des Gebirges und die hohe Lilie des Tales beugen sich und sagen: Wer sind wir, dass du unsere Niedrigkeit angesehen und besucht hast, du Aufgang aus der Höhe? - Zwei Menschenseelen sind es, die in ihren eigenen Augen gering, ja gar nichts geworden waren, damit Gott Alles in ihnen sei und werde.
Wer gibt mir doch Kraft zu dem rechten Unglauben an mich selber, damit ich mehr und ganz glaube dem Worte meines Herrn. Ja, du Aufgang aus der Höhe, mache mich selbst ein Nichts in mir, damit du Alles werdest in mir, dem Gefäß aus Erde, das der Odem deines Mundes belebt hat.