Gabriel erscheint vor Maria

G. H. von Schubert:


Bild 3: Aus Luc. 1, 26. 38. Dieses Bild zeigt uns erneut die Erscheinung des Boten Gottes - den Engel Gabriel. Diesmal aber nicht im Tempel in Jerusalem, sondern ein einem einsamen, kleinen Zimmer einer armen Jungfrau in Nazareth - der Jungfrau Maria. Die Lilie in der Hand des Engels Gabriel hat ihre Blüten schon weiter geöffnet als bei seiner Erscheinung vor Zacharias. Der Anblick eines solchen Engels hat nicths an sich, wovor man sich fürchten müsste und die Jungfrau, die hier vor Gottes Angesicht ihre Kniee beugt, hat sich in ihrem Herzen mit der Welt der Engel schon längst bekannt und vertraut gemacht. Sie fürchtet sich nicht mehr. Darum nimmt sie ruhig, in stiller Ergebung, die Botschaft des Engels an: "Mir geschehe," sagt sie "wie du gesagt hast."


Bedeutung der Erscheinung von Gabriel vor Maria

Das Geheimnis, auf dessen Offenbarung seit Jahrtausenden die Völker warteten, wird hier enthüllt: das große Geheimnis, dass der Sohn Gottes geboren werden soll aus einer Jungfrau. Selbst die heiligen Propheten haben nur dunkel erahnt, was hier der Engel einem armen Weib anvertraut. 


Wer mag diese Frau sein, die vor allen Propheten diese Gnade erfährt? Sie nennt sich selbst bei ihrem eigentlichen Namen: "ich bin des Herrn Magd." 

Schöner Name, "des Herrn Magd" zu heißen. So hat auch Moses gehießen (4. Mos. 12. B. 7.), den der Herr erkannt hatte von Angesicht zu Angesicht.