1. Buch Mose, Kapitel 2, Vers 16-17 und Kapitel 3, Vers 1-6:
Und Gott der Herr gebot dem Menschen, und sprach: "Du sollst essen von allerlei Bäumen im Garten; Aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon issest, wirst du des Todes sterben." Und die Schlange war listiger, denn alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allerlei Bäumen im Garten? Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; Aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret's auch nicht an, dass ihr nicht sterbet. Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mitnichten des Todes sterben; Sondern Gott weiß, dass, welches Tags ihr davon esset, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie Gott, und wissen, was gut und böse ist. Und das Weib schauete an, dass von dem Baum gut zu essen wäre, und lieblich anzusehen, dass es ein lustiger Baum wäre, weil er klug machte; und nahm von der Frucht, und aß, und gab ihrem Mann auch davon, und er aß.

Bild 8: Die Erbsünde beschreibt, wie Eva von der verbotenen Frucht kostet und Adam ebenfalls zum Probieren verführt.
Die verbotene Frucht
Der nach Gottes Ebenbild geschaffene Mensch (Adam und Eva) ist vernünftig und besitzt einen freien Willen. Nun müssen Adam und Eva eine Probe bestehen: entweder sie entscheiden sich für Gott oder gegen Gott. An einem ganz einfachen Gebot konnte der Mensch lernen, den eigenen Willen dem Willen Gottes zu unterwerfen: Nur ein Baum im Lustgarten, der im Bild Früchte trägt, sollte bei Todesstrafe gemieden werden - die verbotene Frucht durfte nicht angerührt werden. Der Satan aber benutzte das listigste Tier der Erde, um die Menschen zu verführen: die Schlange. Die arglistige Schlange hat sich an das schwächere Weib gewandt und zischelt ihr scheinheilige Worte über die verbotene Frucht ins Ohr. Erst erweckt sie Zweifel an Gottes Verbot und leugnet Gottes Drohwort; dann erzählt sie, dass der Genuss der verbotenen Früchte zu Weisheit und Herrlichkeit führe, die Gott den Menschen vorenthalten wolle.
Adams und Evas Sündenfall
Das Weib konnte es nicht lassen, die verheißungsvolle Frucht anzuschauen und erhob sich; mit der linken Hand ergriff sie einen Ast und mit der rechten Hand pflückte sie die Frucht. Fragend hält sie die verbotene Frucht ihrem Mann hin, der noch unschuldig am Fuße des Baumes auf dem Boden sitzt. Eva wurde von der Schlange verführt, die verbotene Frucht zu pflücken. Nun wird Eva auch noch Adam verführen, der sich trotz aller Bedenken von Eva zum Probieren der Frucht überreden lässt. Noch ahnen die Tiere des Paradieses nichts von dem geschehenen Unheil. Doch diese gotteswidrige Tat, dass Eva wider besseren Wissens Adam zum Essen der Frucht verführt, wird nicht ungestraft bleiben.