1. Buch Mose, Kapitel 3, Vers 23 und 24:
Da ließ ihn Gott der Herr aus dem Garten Eden, dass er das Feld baute, davon er genommen ist; Und trieb Adam aus, und lagerte vor den Garten Eden den Cherubim mit dem bloßen hauenden Schwert, zu bewahren den Weg zu dem Baum des Lebens.

Bild 10: Adam und Eva werden aus dem Garten Eden verbannt.
Adam und Eva werden aus dem Garten Eden verbannt
Dornen und Disteln blühen hoch vor der Pforte des Garten Edens, aus dem Gott die Sünder Adam und Eva vertrieb. Sie sollten nicht vom Baum des Lebens kosten und dadurch ewig leben mit ihrer inneren Unzufriedenheit durch die begangene Sünde. Die Vertreibung aus dem Paradies war also zugleich Strafe und Wohltat - eine gnädige Strafe.
Das Bild zeigt Adam und Eva, wie sie aus dem Garten Eden ziehen, ihre Blößen bedeckt mit Röcken aus Fell, die Gott ihnen selbst anstatt der Feigenblätter gab, damit sie sich sittlich kleiden konnten. Gott treibt Adam und Eva aus dem Garten Eden durch die Gestalt eines Engels, der als Sinnbild der schnellen Beweglichkeit gezeichnet wurde. Von seinen Empfindungen bewegt verweist der Engel Adam und Eva mit der linken Hand aus dem Garten Eden, während sein Haar und sein Gewand im Wind flattern.
Zu dem erhabenen Ernst des Engels mischt sich Mitleid, wie wir an seinem Gesichtsausdruck ablesen können. Er blickt den zwei Jammergestalten hinterher - sein Flammenschwert musste er nicht gebrauchen, weil Adam und Eva vor Reue innerlich brennen. Auch diese Reue verspürt Adam heftiger als Eva, die das ganze Elend verursacht und damit "die Übertretung eingeführt" hat. Über Evas Kopf schwirren und krächzen Vögel, die die Menschen anklagen, alle Kreaturen "der Eitelkeit und Vergänglichkeit unterworfen" zu haben. Die Vergänglichkeit wird am stärksten an der Fliege am rechten Bildrand vor dem Torpfeiler dargestellt.
Auch die Schlange, die nun auf dem Bauch kriechen muss, wird aus dem Garten Eden verbannt. Sie windet und wendet sich unter dem Distelstrauch zu den Füßen der Sünder, denen sie sich in den Weg legen will, um sie als Sinnbild der Sünde und des Todes durch das Leben zu begleiten - aber auch, um Adam von hinten in die Ferse zu beißen, noch bevor er ihr de Kopf zertritt. An die Seite des Engels, des himmlischen Wächters tritt auch der irdische Wächter: der treue Hund, der den Menschen, seinen Herrn, auch im Elend nicht verlassen soll.