1. Buch Mose, Kapitel 3, Vers 8 und 9:
Und sie hörten die Stimme Gottes des Herrn, der im Garten ging, da der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des Herrn, unter die Bäume im Garten. Und Gott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: "Wo bist du?"

Bild 9: Adam und Eva verstecken sich nach dem Sündenfall vor Gott.
Adam und Eva verstecken sich
Adam und Eva haben gesündigt, indem sie von dem verbotenen Baum gekostet haben - und deshalb schämen sie sich nun. Mit Feigenblättern versuchen sie die Blöße ihrer sündhaften Leiber zu bedecken. Gott aber überlässt sie nicht ihrer Scham und ihrem schlechten Gewissen - er will sie härter treffen und damit den Weg zur Buße und Gnade führen. Er lässt sich herab zu einer persönlichen Begegnung mit Adam und Eva und sucht sie in ihrem Versteck auf, wohin sie sich zunächst geflüchtet hatten.
Mit dem Ernst eines allwissenden Vaters, dessen Herz sich über die gefallenen Kinder zugleich ärgern und erbarmen muss, sieht Gott auf Adam und Eva herab. Der üppig mit Früchten beladene Garten liegt in abendlichem Dunkel, nur wo Gott schreitet, umgibt ihn ein Lichtschein, den die sündigen Menschen nicht anschauen können. Da liegen sie auf den Knien - ihrer Schuld bewusst. Adam, ganz zerknirscht, senkt seinen Kopf auf die Hand; Eva ist sehr verlegen - sie schämt sich und überlegt sich Ausflüchte. Alle Tiere haben bereits ihre Abendruhe gesucht, nur die Schlange ist noch in der unheimlichen Stille als Zeugin und Mitschuldige. Gegenüber dem Herrn und Richter zieht sie den Kopf und die Zunge ein und lässt ihren Schweif auf die Erde sinken. Neben dem schuldigen Paar aber blüht keine Rose mehr - es sprießt der Dorn und die Distel.