1. Buch Mose, Kapitel 3, Vers 15, 17-19 und Kapitel 4, Vers 1-2:
Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf zertreten und du wirst ihn in die Ferse stechen.
Und zu Adam sprach Gott: "Dieweil du hast gehorchet der Stimme deines Weibes, und gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen, - verflucht sei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich drauf nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir trgen, und sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiß deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis dass du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde, und sollst zu Erde werden.
Und Adam erkannte sein Weib Eva, und sie wurde schwanger und gebar den Kain, und sprach: Ich habe einen Mann gewonnen mit dem Herrn. Und sie fuhr fort und gebar Abel, seinen Bruder.

Bild 11: Gott bestraft die Sünder Adam und Eva mit den Bürden der Menschen.
Die Strafe der Erbsünde im Alten Testament
Die Entwicklung der Sünde und der Gnade ist der Kern der Geschichte des Alten Testaments - die Gnade besonders als Verheißung einer endlichen Erlösung durch Christus - und um diesen Kern besonders deutlich hervorzuheben, hat der Künstler aus der Fülle der alttestamentlichen Bilder die folgenden ausgewählt und gezeichnet.
Als Strafe der Erbsünde ist der Mensch nun sterblich, muss arbeiten und im Schweiße seines Angesichts sein Brot essen, bis er wieder zur Erde wird. Mit großer Mühe muss der Mann den harten Boden pflügen, der sofort von Dorn und Distel überwuchert wird, sobald er nicht bearbeitet wird. Und auch sonst muss der Mensch viele Mühen überstehen, um leben zu können. Denn der paradiesische Frieden des Garten Edens ist vorbei: gegen die wilden Tiere muss das Feld und die Herde eingezäunt werden, gegen Regen und Sonne muss das Dach des Hauses in Schuss gehalten werden, auf dem die Taube Zuflucht vor dem Raubvogel findet. Aber auch die Frau hat hart zu arbeiten in einem Haus mit Kindern, die sie unter großen Schmerzen gebären muss zur Strafe für ihre Sünde im Garten Eden.
Gottes Güte hat zwar die sündigen Menschen erhalten und gesegnet, damit sie nicht mutlos zugrunde gehen müssen: er hat ihnen fruchtbare Zeiten, Bäume und Herden, dazu kräftige Kinder geschenkt, auf die sie mit Zufriedenheit blicken. Daran nimmt auch die gesamte Umgebung bis auf den klugen, treuen Haushund teil, der sich auch außerhalb des Paradieses noch die Lebensfreude bewahrt hat. Aber trotzdem ist die Gnade, die Gott den Menschen noch erwies, keine ungetrübte Freude: zahme Schafe liebkosen den mit ihnen spielenden kleinen Abel, der sich an seine Mutter schmiegt; doch Eva scheint schon zu ahnen, dass das Sprichtwort bald wahr werden wird: "kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen".
Was wird wohl aus ihrem kleinen Liebling werden? Der ältere Kain, der Land- und Gartenbauer werden wird, hat wohl dem Vater bei der schweren Arbeit geholfen und streckt ihm mit lebhafter Gebärde einen Apfel hin, den er gepflückt hat. Aber dieser Apfel erinnert Adam an die erste Sünde vor einigen Jahren und wie schrecklich wird sich der Samen der bösen Frucht nun in dem in Sünde gezeugten Sohn entfalten und ihn zu schrecklichen Taten treiben!